In der Rubrik „Ihre Frage“ beantworte ich typische Fragen rund um Embird und das Sticken auf der Maschine:

Hallo Frau Hupka,
ich lese öfter auf Ihren Seiten, dass man seine Stickdateien erst probesticken solle. Was genau ist denn damit gemeint?  Muss ich wirklich die komplette Datei probesticken – das kostet doch viel Zelt und Material? Auf dem Monitor sieht das doch alles gut aus – reicht das nicht, wenn ich die Stickdatei dort beurteile?
Mit „probesticken“ oder „teststicken“ ist gemeint, dass eine Stickdatei komplett gestickt wird – auf einer bewährten Materialkombination, also bei mir z.B. immer auf meinen Standard-Filz mit meinem Standard-Vlies und meinem Leib-und-Magen Garn (sowohl oben als auch unten).

Probestick

Das ist notwendig, weil man eine Stickdatei am Bildschirm nie 100% beurteilen kann (es gibt einige wenige Ausnahmen von der Regel – Kreuzstich-Stickdateien lassen sich halbwegs beurteilen, Redwork-Motive sind, wenn sie einfacher sind, auch oft weniger kritisch).

Das liegt einfach daran, dass durch den Stickprozess Effekte auftreten, die sich am Bildschirm nicht wirklich simulieren lassen – die Nadel durchsticht das Gewebe, die Fäden, die sich von Einstich- zu Ausstichloch spannen, ziehen das Trägergewebe zusammen usf.

Hat man Erfahrung im Digitalisieren, kann man diese Effekte ganz gut einschätzen. Stickdateien für den Verkauf gehören aber meines Erachtens immer probegestickt.
Und auch, wenn man „nur“ für den privaten Gebrauch digitalisiert, ist ein Probestick eine lohnenswerte Sache. Wer sich einmal ein Kleidungsstück oder einen teuren Stoff mit einer misslungenen Stickdatei ruiniert hat, weiß, wovon ich rede.