und natürlich, wie Sie ihn vermeiden 😉

Der schlimmsteFehler beimDigitalisieren

Stickdateien zu digitalisieren ist heute keine große Sache mehr.

Bevor Stickmaschinen mit Strom liefen, war das Wissen über das „Digitalisieren“ (das damals noch Punchen hieß), ein gut gehütetes Geheimnis, das oft nur innerhalb von Familien weitergegeben wurde.

Puncher waren vergleichsweise gut bezahlt – eben wegen ihres Expertenwissens.

Wenn Sie neugierig sind, können Sie hier mehr zum Thema lesen und auch ein Video anschauen.

Heutzutage kostet die Software, die man zum Digitalisieren braucht, kein kleines Vermögen mehr, schon mit wenigen Hundert Euro ist man dabei.

Folglich gibt es heute viele, viele Digitalisierer, überall auf der Welt. Viele davon digitalisieren rein zum Vergnügen, als Hobby – noch vor 30 Jahren war das undenkbar. Allein die Software, die man brauchte, kostete zwischen 50.000 und 100.000 Dollar. Mit der Hardware zusammen kam da auf jeden Fall ein sechsstelliger Betrag zusammen. Entsprechend war das Digitalisieren nur etwas für Leute, die es wirklich ernst meinten.

Die einfache Verfügbarkeit der Software führt nun dazu, dass viele digitalisieren. Das Internet ist voll mit Stickdatei-Freebies – längst nicht alle sind gut digitalisiert.

Einen sehr guten Artikel zum Thema „was macht eine gute Stickdatei aus“ hat Nette von Regenbogenbuntes hier veröffentlicht.

Mit schlechten Stickdateien aber hat man keinen Spaß und keine Freude – im Gegenteil. Man vergeudet Zeit und Material, ruiniert sich im Extremfall ein schon fertig genähtes Stück.

Was nun aber ist der größte Fehler, den man bei Digitalisieren machen kann?

Auto-Digitalisieren? Den Zauberstab nutzen? Schlechte Grafiken verwenden?

Nein. Wenn Sie mich fragen, dann ist der größte Fehler, die Stickdatei nicht zur Probe zu sticken.

Wirklich beurteilen kann man eine Stickdatei am Bildschirm nicht.

Das hat nichts mit der Software zu tun, die man nutzt. Das ist mit jeder Software das gleiche Problem.

Durch das Sticken wird der Stoff 1) „durchlöchert“ und dehnt sich aus und 2) durch die Fäden zwischen den Löchern zusammengezogen.

Den Einfluss, den das Sticken auf das fertige Motiv hat, kann man am Bildschirm nicht beurteilen. Punkt.

Nur gestickt kann man sehen, wie gut gelungen die Datei tatsächlich ist.

Und ja, so ein Probestick taugt nichts, wenn man danach die Stickdatei nicht überarbeitet. Und natürlich nochmal probestickt.

Bei meiner ersten Serie habe ich das gefühlte 10.000 Mal gemacht – alle meine Freundinnen haben damals meine Teststicks geschenkt bekommen.

Erinbern Sie sich vielleicht? Das hier war meine erste Stickserie:

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Je mehr Erfahrung man mit dem Digitalisieren hat, desto weniger „Nacharbeiten“ hat man durchzuführen – so jedenfalls meine Erfahrung.

Aber an dem Prinzip ändert sich nix: Immer erst solange probesticken, bis die Datei ordentlich ist! Erst dann sollte eine Datei an Probesticker gehen.

Probesticker sind meiner Meinung nach nicht dazu da, die groben Schnitzer zu finden. Das ist Aufgabe des Digitalisierers!

Gute Probesticker finden die kleinen „Macken“ – eine Mißverständlichkeit in der Anleitung zur Datei, ein Problemchen, das nur bei einem bestimmten Maschinenmodell auftritt usf.

Ja, auf diese Weise bedeutet das Digitalisieren viel Arbeit. Nervenaufreibende Arbeit. Zu Beginn meiner Digitalisierer-Tätigkeit war ich oft drauf und dran, in die nächste Tischkante zu beißen. Es dauerte einen ganzen Sommer, bis ich das Prinzip des Zugausgleichs wirklich verstanden hatte. Meine Erkenntnisse stecken nun in meinem Embird Studio Grundkurs – im Modul 3 geht es „nur“ um den Zugausgleich. Dieses Modul halte ich nach wie vor für das wichtigste Modul überhaupt im ganzen Kurs.

Schlechte Stickdateien braucht niemand, gute sind Gold wert.

In diesem Sinne: Sticken Sie probe!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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