Stick-Tutorials.de ist ein Ein-Frau-Unternehmen. Um es mit Bugs Bunny zu sagen „Außer meiner einer ist da keiner“.

Jeden Tag verbringe ich den größten Teil meiner Arbeitszeit damit, Kunden zu betreuen – Kursteilnehmer, aber auch Embird-Besteller (also Kunden, die keinen Kurs belegt haben und „nur“ Embird kaufen) und natürlich auch „Noch-Nicht-Kunden“, die Fragen zu Embird oder zu meinen Kursen haben. Hatte ich anfänglich (2010) nur wenige Kunden und viel Zeit, um neue Kurse zu erarbeiten, so habe ich nun viele Kunden und nicht mehr sooo viel Zeit für neue Kurse.

In einen Kurs fließt viel, viel Vorarbeit. Ich bin immer wieder erstaunt (und ja, manchmal auch erschreckt…) wie „banal“ dann manchmal das Ergebnis ausschaut – hinter 5 Minuten Video stecken manchmal Stunden an Vorbereitung, in meinem Modul 3 des Studio Grundurses stecken Wochen an Vorarbeit.

Manche Kunden wünschen sich dringend einen Lace-Kurs. Den will ich auch schreiben, aber da muss hier noch viel gestickt werden und ich muss erst noch viele Erfahrungen sammeln, bevor ich da fundiert was zu schreiben kann. Ich muss erst die Fehler machen, die Sie dann nach Durcharbeiten meines Kurses vermeiden können…. 😉

Hier in diesem Artikel möche ich zeigen, wie man das Wissen aus meinen bestehenden Kursen übertragen kann auf neue Themen:

Also, stellen wir uns mit Lehrer Bömmel mal janz dumm – wat is en Dampfmaschin?

Was macht eine Lace-Datei aus?

Eine Lace-Datei wird nicht auf Stoff oder Filz gestickt. Sondern auf ein Material, das nach dem Sticken ausgewaschen wird.

Daraus folgt:

Die Stickerei muss stabil sein.

Der Super-Gau bei einer Lacedatei wäre, dass das Stickergebnis buchstäblich „zerfällt“, wenn die Trägerfolie ausgewaschen wird (und ja, man kann „Lace“ so digitalisieren, dass das passiert. DIESE Erfahrung habe ich schon gemacht….).

Wie kriegen wir eine Lacedatei stabil?

Schauen Sie sich gute Lace-Digitalisierungen an und lernen Sie aus ihnen!
Bevor Sie Lace digitalisieren, sollten Sie nach meiner Einschätzung Lace-Arbeiten verschiedener Digitalisierer sticken (lesen Sie hier mehr zum Thema „Digitalisieren lernen“). Diese Erfahrung ist Gold wert!

Gute Lace-Digitalisierungen haben im Idealfall genau 1 (in Worten: EINEN) Schneidbefehl. Ganz am Ende, wenn die Datei gestickt ist.
Jeder Schneidbefehl bedeutet Instabilität, weil ja das Garn durchgeschnitten und neu angesetzt wird. Das wollen wir vermeiden.

laceschneid

Und denken wir weiter: Wie kriegen wir das hin, dass es nur einen Schneidbefehl / möglichst wenige Schneidbefehle gibt?

Wir verbinden unsere Objekte miteinander.

Wie geht das? Das ist Grundlagenwissen, dass ich in den Modulen 1-3 meines Studio-Grundkurses vermittele (wenn Sie den Fliegenpilz wirklich durchgearbeitet haben, ihn also sowohl mit Sprung- als auch mit Laufstichen gestickt haben, dann sollten Sie das nötige Hintergrundwissen haben).

Helfen kann hier auch Modul 7 zum Thema Redwork – gutes Redwork wird auch „in einem Zug“ gestickt, so ähnlich wie das Haus vom Nikolaus…. 😉

Worauf ist noch zu achten, um die Datei stabil zu bekommen? Die einzelnen Objekte müssen miteinander verbunden sein, quasi „ineinandergreifen“. Da sind wir dann wieder beim Zugausgleich und dem Umgang mit den Vektoren. Diesem Thema habe ich ein eigenes Modul gewidmet, weil es so wichtig ist.

Und wo kommen die Muster her? Und wie kommen die rein in die Stickdatei?

Auch für Lace gibt es grafische Vorlagen. Googlen Sie einfach mal danach! Oder schauen Sie bei den „üblichen Anbietern“ für Grafikvorlagen – hier mal exemplarisch ein Link.

Dann gehts wieder mit Grundlagenwissen weiter – Sie erinnern sich, die sind Thema in den Modulen 1-3 meines Studio Grundkurses (ich komme mir schon vor wie Lehrer Bömmel „…wie ich schon in meinem Buche „Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren Lehranstalten…“ 😉 )

Jede Stickdatei besteht aus verschiedenen Objekten und die haben Eigenschaften. Bei Lacedateien sind diese Eigenschaften oft Füllmuster. Und um die gehts in einerseits in den Grundlagenmodulen vom Studio Grundkurs (da zeige ich, wie man solche Muster einem Objekt zuweist) und im Forsetzungskurs „Füllflächen-Editor“ (da lernen Sie dann, solche Füllmuster selbst zu erstellen).

Was hilft noch weiter?

Lacedateien setzen sich oft aus gleichen Elementen zusammen, die sich mehrfach wiederholen. Bei runden Lace-Arbeiten z.B. sind oft alle Viertel gleich.

lace2

Hier mal ein Beispiel mit 6 gleichen Segmenten.

Wer als Digitalisierer Zeit sparen will (und das wollen wir ja alle!), der digitalisiert natürlich nicht alle Segmente einzeln von Hand, sondern digitalisiert eins und vervielfältigt das dann entsprechend. Wie man Elemente vervielfältigt und vor allem anordnet, erkläre ich im Modul 7 meines Studio Grundkurses (unter dem Thema „Bordüren“ ist das Thema). Mit Modul 7 decken Sie also unter dem „Lace-Gesichtspunkt“ zwei Themen ab: Elemente verbinden/in einem Zug sticken und Elemente anordnen und vervielfältigen.

Grundsätzlich weiter hilft auch in vielen Situationen mein Kurs „Hintergrundwissen Digitalisieren“ – da gehts um ganz grundsätzliche Themen beim Digitalisieren, unabhängig von irgendwelcher Sticksoftware – Kriterien für gute Digitalisierungen, die wichtigsten Grundprinzipien beim Sticken, Sticharten (und ihre Eigenarten…), strategische Planung von Stickdateien und vieles mehr.

Bitte entschuldigen Sie, wenn sich dieser Beitrag liest wie ein Werbeprospekt für meine Kurse – aber ich will deutlich machen, dass viele Inhalte eines Lacekurses auf Grundlagenwissen beruhen. Und das vermittelte ich bereits. In vielen Kursen.

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