Seit mehr als 5 Jahren habe ich Tag für Tag mit Menschen zu tun, die das Digitalisieren von Stickdateien lernen oder lernen möchten. Dabei treffe ich auf sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie dieses Lernen abläuft.

„Digitalisieren ist schwer“

Viele Sticker sind der Meinung, dass Digitalisieren zu schwer sei, um es zu lernen. Dieser Meinung bin ich nicht!

Ich habe mittlerweile Hunderten von Teilnehmern gezeigt, wie man gescheit digitalisiert. Da waren alle Altersstufen dabei, beide Geschlechter, Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen mit viel und mit wenig Vorkenntnissen.

Man muss Digitalisieren einmal gründlich von der Pike auf lernen, einmal das Prinzip wirklich verstehen. Dann ist Digitalisieren nicht schwer.

Und das ist mir sehr, sehr wichtig: Digitalisieren kann man lernen. Aber das geht nicht mal eben so. Man muss es lernen.

Dazu gehört es, sich einmal wirklich tief in das Grundprinzip einzuarbeiten. Man muss einmal wirklich verstanden haben, wie eine Stickmaschine „denkt“ und wie sie funktioniert. Und wie Stickdateien funktionieren. Dann kann man anfangen, Erfahrungen zu sammeln – die sind gerade beim Digitalisieren unerlässlich.

Dieses Einarbeiten ins Grundprinzip kann nach meiner Einschätzung nicht ausgelassen und auch nicht irgendwie übersprungen oder verkürzt werden. Einmal muss man wirklich verstehen, wie es geht – was Objekte in einer Stickdatei sind, welche Eigenschaften sie haben können, was Sprung- und was Laufstiche sind, was Schneid- und was Sprungbefehle sind und wie man den Zugausgleich in den Griff bekommt. Das lernt man nicht an einem Abend. Aber man kann es lernen – meine Kursabsolventen zeigen es mir immer wieder.Und es macht mich regelmäßig stolz wie Bolle, wenn ich sehe, was sie so aus meinen Kursen mitnehmen (hier klicken für die Erfolgsgeschichten)- nicht nur an Stickdateien, sondern mittlerweile auch schon an Unternehmen.

Digitalisieren lernen 1

Genauso häufig treffe ich auf die genau gegenteilige Vorstellung, dass Digitalisieren ja ganz fix ginge, dass ich mal eben in einer kurzen Email erklären könne, wie man denn eine Grafik in eine Stickdatei umwandele.

„Digitalisieren geht mit wenigen Mausklicks“

Ja, diese Vorstellung treffe ich bei vielen Gesprächspartnern an. Und nein, gescheites Digitalisieren geht nicht mit wenigen Mausklicks!

Ja, es gibt Software, die „Auto-Digitalisieren“ kann – Embird kann das auch. ABER keine Sticksoftware der Welt kann das können, was wir Menschen können: Nämlich die Erfahrung vom Stickprozess auf der Maschine verbinden mit dem Wissen darüber, was in einer Stickdatei geschieht. Qualitativ hochwertige Stickdateien entstehen nicht durch Auto-Digitalisierung! Da gehört ein denkender Mensch mit dazu!

Und da ich nicht beibringe, wie man ratzfatz schlechte Digitalisierungen erstellt, sondern zeige, wie man vernünftige, hochwertige Stickdateien erstellt, geht das eben nicht mit wenigen Mausklicks. Und ist auch nicht in einer Email erklärt. Sondern auf inzwischen mehreren Hundert DIN A4-Seiten und vielen Videos.

Es dauert etwas, bis man digitalisieren kann. Aber wie bei so vielen Dingen im Leben – eine gute Wissens-Grundlage ist immer eine solide Investition. Wer am Anfang gründlich lernt, spart sich spätere Umwege.

Meine Empfehlung an Digitalisier-Anfänger

  • Nehmen Sie sich Zeit!
    Starten Sie nicht heute meinen Studio Grundkurs, um schon nächste Woche erste Kundenaufträge zu übernehmen! Das wird so sehr wahrscheinlich nicht funktionieren.
    Kalkulieren Sie Zeit für den Lernprozess ein!
  • Lernen Sie zunächst zu sticken!
    Wer erfolgreich digitalisieren will, muss nicht nur seine Stickmaschine bedienen können, sondern auch erfahren haben (am eigenen Leib sozusagen!), was eine gute von einer schlechten Digitalisierung unterscheidet. Eigene Stickerfahrung ist unerlässlich zum Erstellen von guten Digitalisierungen!
    Sammeln Sie zunächst Erfahrungen mit Ihrer Maschine und mit Stickdateien. Lernen Sie durchs Sticken über die Qualität von Stickdateien. Und über deren Eigenschaften: Wieviele Farbwechsel sind optimal, wann nervt es? Wieviele Schneidbefehle sind gut, wie viele zu viel? Wo sind Sprungstiche gut, wo Laufstiche? Wie dicht sollte eine Stickdatei sein? Wieviele Stiche hat eine gute Stickdatei? Wann sind es zu wenige? Und wann zu viele?
  • Schaffen Sie sich eine solide Wissens-Grundlage!
    Lernen Sie Digitalisieren von der Pike auf. Machen Sie am Anfang auch die Übungen, bei denen Sie denken „Och, das ist jetzt nicht sooo wichtig; ich will lieber…. machen“.
    Der dusselige Fliegenpilz, mit dem ich Sie im Studio Grundkurs „quäle“ hat seine Bewandtnis – er führt Sie einmal durch alle zentralen Probleme beim Digitalisieren. Bitte versuchen Sie nicht, diesen Weg abzukürzen. Nach meiner Erfahrung kommen Sie schneller zum Ziel, wenn Sie zunächst den Weg wählen, der länger ausschaut. Die Zeit, die Sie am Anfang investieren, holen Sie dann locker wieder auf. Weil Sie zweitaufwendige Fehler von vorneherein vermeiden.

 

 

 

 

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