Archiv für die Kategorie „Was ist eigentlich“
Wie kommt die Datei in die Maschine?
Wie immer gilt auch hier: Wenn man weiß, wie, ist es einfach. Deshalb sei hier mal ausführlich gezeigt, wie eines meiner Freebies auf eine Stickmaschine kommt, die mit einem USB-Kabel mit dem Rechner verbunden ist (das geht zum Beispiel bei der Brother Innovis 700 E II, der Brother 900, der Brother 1200 und 1500, mit der Janome Memory Craft 200 E und350 E sowie vielen anderen Stickmaschinen). Gezeigt wird das Vorgehen auf einer Brother Innovis 700 E II – andere Maschinen können sich ein wenig anders verhalten!
Gezeigt wird der Vorgang unter Windows XP mit Firefox als Internetbrowser – Rechner mit Windows Vista und/oder dem Internet Explorer verhalten sich ein klein wenig anders!
Das Freebie “Halloween Fledermaus” steht hier kostenlos ezum Download zur Verfügung.

Auf der Download-Seite müssen Sie zunächst entscheiden, welches Format Ihre Stickmaschine benötigt.
Standardmäßig werden meine Stickmuster in den Formaten
* PES (Brother, Bernina, Babylock)
* HUS (Husquarna)
* JEF (Janome)
* VIP (Pfaff)
* XXX (Singer)
zur Verfügung gestellt.
Sollten Sie eine Stickmaschine besitzen, die ein anderes Format nutzt, sprechen Sie mich doch einfach an. Konvertieren (=umwandeln) kann ich in zahlreiche Formate!
Eine Ausnahme bildet das ART-Format, in das ich derzeit nicht umwandeln kann.

Klicken Sie nun den “Ihren” Link an – Besitzer einer Brother-Stickmaschine klicken also auf “Download PES”, Besitzer einer Singer-Maschine klicken auf “Download XXX” usf.
Daraufhin öffnet sich folgendes Fenster:

Bevor Sie auf “OK” klicken, stellen Sie bitte sicher, daß “Datei speichern” ausgewählt ist!
Der Download beginnt. Wenn er abgeschlossen ist, haben Sie die Datei “sms-shsh-f0906001.pes” auf Ihrem Rechner gespeichert. In vielen Fällen – das hängt davon ab, wie Ihr Rechner eingerichtet ist – liegt die Datei auf Ihrem Desktop (das ist das, was Sie sehen, wenn Ihr Rechner hochgefahren ist und Sie noch kein Programm gestartet haben).

Wahrscheinlich müssen Sie Ihren Internet-Browser schließen oder kleiner machen, damit Sie Ihren Desktop sehen können.
Wenn Sie wie ich den Iconizer von Embird installiert haben, wird Ihnen außer dem Datei-Namen auch schon eine Vorschau auf das Freebie (nähmlich eine kleine Fledermaus) angezeigt. Haben Sie den Iconizer nicht installiert, sehen Sie wahrscheinlich ein nichts-sagendes Dateisymbol und müssen auf den Dateinamen achten.
Sollte Ihr Rechner so eingestellt sein, daß Downloads nicht auf dem Desktop landen, müssen Sie herausfinden, wo Ihre Downloads zu landen pflegen. Oft ist es das Verzeichnis “eigene Dateien”.
Wenn Sie nun Ihre Stickmaschine via USB-Kabel mit Ihrem Rechner verbunden und die Stickmaschine eingeschaltet haben, erscheint ein Fenster auf Ihrem Schirm:

“Wechseldatenträger” steht oben im Rahmen des Fensters und bedeutet, daß der Datenträger mal da ist und mal nicht. Ihre Stickmaschine ist für Ihren Rechner nur ansprechbar, wenn sie angeschaltet ist. Ist die Maschine aus, kann Ihr Rechner nicht mir ihr reden.
Auf diesen “Wechseldatenträger” – Ihre Stickmaschine – muß jetzt das Freebie.

Dazu schieben Sie das Fenster “Wechseldatenträger” so neben das gerade heruntergeladene Freebie, daß Sie beide sehen können.
Dann schnappen Sie das Freebie mit der Maus und ziehen es in das Fenster “Wechseldatenträger”.

Jetzt liegt das Freebie auch auf Ihrem “Wechseldatenträger”, Ihrer Stickmaschine. Sie haben das Freebie nun zweimal – einmal auf Ihrer Festplatte und einmal auf Ihrer Stickmaschine.
Nun können Sie Ihre Stickmaschine beauftragen, das Freebie zu sticken – dafür müssen Sie an Ihrer Maschine das Freebie auswählen und den Stickvorgang starten. Wie das geht, steht im Handbuch Ihrer Maschine.
Auf einer Brother Innovis 700 E II geht das so:
Sie drücken auf dem Bildschirmchen auf das USB-Symbol:

Jetzt sollten Sie die Fledermaus sehen:

Drücken Sie auf die Fledermaus drauf.

Jetzt müssen Sie noch einmal das kleine Symbol oben mit dem Pfeil drücken.

Jetzt ist die Fledermaus stickbereit.
Digitalisieren – “Auto” und “von Hand” im Vergleich
Oft treffe ich auf die Vorstellung, daß “das mit dem Digitalsieren” doch ratzfatz ginge. Man öffnet seine Auto-Digitaliserungs-Software, lädt die Grafik, die digitalisiert werden soll und schwups ist die Stickdatei fertig.
Nun ja. Natürlich gibt es Software, die “automatisch” digitalisiert. Aber so toll sind die Ergebnisse meist nicht. Oft sieht man schon auf den ersten Blick, daß es nicht so ganz der wahre Jakob ist. Hier mal ein Originalbild:

Grafik von www.Clipartopolis.com
Und hier das Ergebnis einer Auto-Digitalisierung:

Auf den ersten Blick fallen “Unsauberkeiten” bei den Details auf – die Augen sind”unordentlich”, die Umrandung von Körper, Kopf und Stirn ist mit einem Füllstich realisiert, was beim Sticken oft zu zu “strubbeligen” Kanten führt - ein Satinstich wäre hier besser. Im Vergleich zum Original sind die unterschiedlichen Farben bei Flügel, Stirn, Körper und Schwanz verschwunden – die ganze Außenlinie der Eule ist in einer Farbe gestickt.
Hier zum Vergleich mal eine von Hand digitalisierte Eule:

Schon der erste Eindruck ist deutlich “aufgeräumter” – die Linien sind klar, die Farbvielfalt entspricht dem Original, der Satinstich ergibt klare Kanten.
Bis es soweit ist, ist schon einiges an Arbeit hineingeflossen. Ich beginne meist mit einem “Schlachtplan”:

Neben dem künstlerischen Aspekt – welche Farben, welche Sticharten, welche und wieviele Details… – hat jede Digitalisierung auch eine strategische Komponente: Was wird wann gestickt, ohne daß es zu viele Farbwechsel und/oder Sprungstiche gibt?
Hier mal ein Beispiel einer verkorksten Eule mit zu vielen Sprungstichen:

Wenn meine Digitalisierung auf dem Rechner glaubwürdig ausschaut, wird sie probegestickt.

Meist fällt mir dabei noch mindestens ein “Flüchtigkeitsfehler” auf – ein fehlender Schneidebefehl, ein Sprungstich, der nicht hätte seine sollen oder etwas in dieser Art.
Dann wird nachgearbeitet und auch der nächste Entwurf wird noch einmal probegestickt.

Schon viel besser. Aber an den Augen und am Bauch bedaarf es noch etwas Feinarbeit – die Linien in den Augen werden noch kräftiger, die Außenlinien der roten Bauchpartien werden noch nachgearbeitet.
Erst wenn ich dann zufrieden bin, wird die Stickmuster-Datei veröffentlicht. Anderfalls wird halt nochmal nachgearbeitet.
Mit “Ratzfatz” ist also nichts – aber die Mühe lohnt sich, oder?
Welches Vlies?
Wer anfängt, auf der Stickmaschine zu sticken, sieht sich einer Vielzahl von unterschiedlichen Stickvliesen gegenüber.

Es gibt dünne und dicke, welche die aussehen wie Papier, andere wiederum sehen aus wie Plastikfolie. Manche sind zum Abreißen, manche zum Abschneiden, einige lösen sich in Wasser auf oder beim Bügeln.
Nicht leicht, zu entschieden, was man wirklich braucht.
Welches Vlies man einsetzt, hängt davon ab, was man bestickt. Für manche Stoffe genügt eine Schicht Vlies “untendrunter”, für andere Stoffe macht man ein “Sandwich” aus einer Schicht Vlies unten, dem Stoff in der Mitte und einer Schicht Vlies obendrüber.
| Stoff | Vlies untendrunter | Vlies obendrüber |
| Baumwolle, normal dick | zum Abreißen | keins |
| Fleece | zum Abschneiden | wasserlösliche Folie |
| Jersey, T-Shirt | zum Abschneiden | wasserlösliche Folie |
| Leinen | zum Abreißen | keins |
| Frottee | zum Abschneiden | wasserlösliche Folie |
| Organza, dünne Seide, Tüll | wasserlösliche Folie | wasserlösliche Folie |
| Cord | zum Abreißen | wasserlösliche Folie |
| Samt | zum Abschneiden | wasserlösliche Folie |
| Kunst- und Waschleder | teste ich gerade | |
| Filz | zum Abschneiden, manchmal geht’s auch ganz ohne – testen | keins |
Ich selbst nutze im Wesentlichen zwei Vliese: Ein Standard-Vlies, das sowohl zum Abschneiden als auch zum Abreißen geeignet ist und wasserlöslichen Avalon-Film, teste aber immer vorher´auf einem Reststück. Vor allem mit unterschiedlich dehnbaren Jersesy habe ich so meien Erlebnisse gehabt…
Was ist eigentlich: Redwork?
Redwork ist eine Sticktechnik, bei der auf weißem Stoff die Konturen des Motivs in rotem Stielstich gestickt werden.

Durch den Kontrast des roten Garns auf dem weißen Hintergrund entsteht der typische Charme dieser Stickereien.
Besonders beliebt war diese Sticktechnik um 1880 in Europa und einige Zeit später auch in den USA. Das dafür verwendete Garn (”Turkish Red”) war farbecht, was damals noch eine Besonderheit war. Damit war es besonders gut für Alltagsgegenstände geeignet, die häufig gewaschen wurden und auch sonst ein “hartes Leben” hatten.
In Deutschland wurde zwischen 1870 und 1930 viel Redwork gestickt – allerdings hieß es damals noch nicht so. Es entstanden sowohl in den Haushalten des Bürgertums als auch in Arbeiterfamilien – unzählige Überhandtücher, Kissen, Servietten, Spruchtücher und vieles mehr.
In den USA wurden zusätzlich auch ganze Decken in dieser Technik bestickt.
Heute ist Redwork besonders bei Stickern in den USA wieder im Trend.
Redworkmotive werden möglichst “in einem Zug” gestickt, ohne oder mit wenig Sprungstichen. Das macht sie wirklich interessant zum Digitalisieren!
