Versatzrahmen sind offenbar ein Thema, das viele Leser hier interessiert – ich erhalte vile Fragen rund um dieses Thema.

Zum besseren Verständnis möchte hier gerade nochmal den Unterschied zwischen Sticken im Versatzrahmen und Sticken mit Umspannen erklären.

Ein Stickmuster, das größer ist als der Stickbereich der Maschine, kann man mit Embird (oder einem anderen Programm) teilen. Das Riesenmonster hier habe ich mal – nur zu Erklärungszwecken in 8 Teile geteilt (und nicht mit Embird, sondern mit einem Grafikprogramm, das mir diese schönen Puzzle-Teile macht, da erklärt es sich besser).

Ich kann jetzt diese 8 Monster Teile entweder im so genannten Versatzrahmen (oder Mehrpositonsrahmen oder Multihoop oder Gigahoop oder…) sticken. Das geht oft OHNE Umspannen. Das heißt, ich spanne den Stoff einmal in den Rahmen und sticke dann Puzzleteil für Puzzleteil. Dabei muss ich den Rahmen in der Maschine nach jedem Puzzleteil  in eine andere Positon hängen. Der Rahmen wird z.B. erst so eingehängt, dass das obere linke Teil gestickt wird. Dann wird er so eingehängt, dass das mittlere linke Stück gestickt werden kann. Und dann so, dass das untere linke Stück… usf. Daher heißt der Rahmen „Multipositonsrahmen“ oder „Versatzrahmen“. Das Werkstück wird dabei nicht aus dem Rahmen genommen.
Die Vorteile hierbei liegen auf der Hand – wird das Werkstück nicht aus dem Rahmen genommen, passen die Puzzleteile immer exakt ineinander.

Habe ich keinen Versatzrahmen, kann ich das Monster auch in mehrere Teile aufteilen und die dann in dem Rahmen sticken, den ich nunmal habe. Dabei muss ich aber das Werkstück nach jedem gestickten Teil umspannen – also raus aus dem Rahmen und an anderer Stelle wieder rein in den Rahmen. Klar, wo die Herausforderugn liegt? Die Teile müssen ja exakt aneinander passen! Spannt man nur etwas nachlässig ein, hat das arme Monster „Spalten“. oder „Verzerrungen“. Um das Zusammensetzen von Stickmusterteilen beim Sticken mit Umspannen zu erleichtern, kann man mit Embird so genannte Pass-Stiche einfügen lassen. Das sind gestickte Hiflslinien, die es einem erleichtern, die Puzzleteile exakt aneinander zu setzen. Trotz aller Hilfen gehört zum Sticken mit Umspannen einiges an Erfahrung und Übung! Es geht, aber man muss sich „einarbeiten“. Viele „Umspann-Sticker“ schwören übrigens auf selbstklebendes Vlies, weil man da am besten exakt neu positonieren kann.

Es gibt auch Stickmaschinen (meine Bernina zum Beispiel), die das Teilen für den Versatzrahmen selbst übernehmen – das ist natürlich die einfachste Lösung. Ich stelle für ein großes Stickmuster einfach den Versatzrahmen ein und die Maschien teilt mein Stickmsuter. Und das funktioniert bei mir perfekt. Wenn ich den Rahmen umhängen muss (in einer anderen Position einhängen) muss, piept die Maschine und zeigt mir an, wohin sie den Rahmen gerne hätte.

Eine Übersicht, für welche Versatzrahmen die Maschine teilt, habe ich hier zusammengestellt.

Einen Bericht darüber, wie das Sticken auf meinem Versatzrahmen funktioniert, gibt es hier.

Und eine Übersicht darüber, für welche aktuellen Stickmaschinenmodelle es einen Versatzrahmen gibt, habe ich hier bereitgestellt.