Schon einge ganze Woche bin ich mittlerweile wieder daheim, aber wegen einer Sommergrippe, die ich mir “mitgebracht” habe, gibt es den Urlaubsbericht über meine stick-relevanten Erlebnisse erst heute.

Wer Interesse an meinem persönlichen Bericht hat, kann hier auf “Weiterlesen” klicken.

Ich war in England – einem meiner liebsten Urlaubsländer (und ja, ehe die Frage kommt, es war nass und kalt, aber wirklich zum ersten Mal und ich habe schon viele, viele Urlaube in England verbracht, die meisten bei gutem Wetter).

Einer der Höhepunkte meiner Reise war sicherlich der Besuch in Kelmscott Manor, dem “Home of William Morris”. (Wikipedia, Homepage von Kelmscott Manor).

William Morris (Wikipedia) gilt als der Begründer des Arts and Crafts Bewegung (Wikipedia), die mich schon seit vielen Jahren interessiert, inspiriert und immer wieder begeistert. Viele kennen sicherlich Morris Stoff-Designs.

Der Besuch in Kelmscott Manor ist nicht ganz einfach – er ist nur von April bis Oktober und nur mittwochs und samstags möglich. Aber es war einfach toll!

Ich konnte verstehen, warum Morris es dort so mochte und konnte einige seiner Entwürfe und Arbeiten live sehen, die ich bisher nur aus Büchern kannte – u.a. seinen ersten selbstgestickten (!) Teppich (ein Detail ist auf der Kelmscott Manor Homepage unten rechts zu sehen – Fotos im Haus durfte ich nicht machen).

Seine Tochter Mary (Wikipedia) war eine begnadete Stickerin; auch von ihr habe ich Arbeiten sehen können.

Einer der vielen guten Seiten an England sind für mich die Charity Shops wie z.B. Oxfam. Wer sie nicht kennt: Das sind kleine Läden, in denen Freiwillige Dinge verkaufen, die dem Shop von Privatpersonen gespendet wurden, also z.B. gelesene Bücher oder Kleidung. Statt weggeworfen zu werden, wandern Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, in England oft in einen Charity Shop und dienen so einem guten Zweck. Die Erlöse fließen dann nämlich in soziale Projekte. Man findet dort u.a. tolle Bücher zu sehr moderaten Preisen.

Ich habe natürlich Beute gemacht:

Beth Russell ist vielleicht manchen ein Begriff – sie verwandelt William Morris Designs in Stickpackungen (Link zu ihrer Website). In ihren Büchern finden sich ihre Umsetzungen der Deisgns in Zählvorlagen.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, Valeries “Machine Embroidery” Buch endlich gefunden zu haben (und die Oxfam-Mitarbeiterin hat sich über meine Freude gefreut…). Valerie Campbell-Harding (1932-2006, Wikipedia) war eine in Großbritannien lebende Textil-Künstlerin, die u.a. durch ihre City & Guilds Kurse, die sie konzipiert und entwickelt hat, viele, viele Stickerinnen weltweit beeinflußt hat. Sie war u.a. die Lehrerin meiner City & Guilds Lehrerin. Ihre Bücher sind einfach klasse, nur leider fast nur noch antiquarisch zu bekommen.

Libertys” (Wikipedia) kennen sicherlich auch viele – die Kaufhauskette, die. u.a. William Morris unter Vertrag hatte. Noch heute läßt sie wundervolle Stoffe produzieren. Das Buch fand ich nicht sooo toll, viele Ideen sind mit der “heißen Nadel” umgesetzt und ich würde sie so nicht nacharbeiten wollen.

“Canvas Designs” (Canvas embroidery meint das Sticken auf Stramin) fand ich dagegen erst nicht soo vielversprechend, es hat mich aber sehr postitiv überrascht.

Spannend war auch ein Besuch in den “News Brewery Arts” in Cirencester. Das ist ein altes Brauereigebäude, in dem Kunsthandwerker Ateliers mieten können. Mit dabei ist ein Shop, in dem Ihre Arbeiten verkauft werden (nicht von den Künstlern selber, die können an ihren Projekten weiterabreiten), ein Café und Schulungsräume, die die Künstler stundenweise mieten können. Derartige Center gibt es in England viele, aber sie hauen mich wieder um und ich werde neidisch. Und das in Cirencester hat mich besonders beeindruckt. Bilder kann ich aus rechtlichen Gründen leider nicht zeigen, schaut auf die Webseite, wenn Ihr neugierig seid.

Und ja, sie hier habe ich natürlich auch getroffen, auch wenn ich das eigentlich vermeiden wollte:

Und jetzt bin ich froh, dass ich rechtzeitig vor Olympia die Insel wieder verlassen habe 😉